Die Sache mit der Lichtechtheit in der Druckindustrie

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Oder: Warum auch die schönsten Neonplakate im Außenbereich nicht von Dauer sein können

Ganz egal ob es sich um ein Werbebanner, ein Schild oder ein Neonplakat handelt – die Anforderungen der Kunden sind in einem Punkt stets identisch: Das Produkt soll möglichst lange halten.

Doch da sich zum Beispiel Mesh-Gewebe nicht mit Karton vergleichen lässt und eine PVC-Plane logischerweise andere Materialeigenschaften mitbringt als ein Indoor-Textil-Gewebe, lässt sich die „Haltbarkeit“ eines Druckproduktes zusätzlich noch an einer weiteren Eigenschaft feststellen: der Lichtechtheit.

Was bedeutet Lichtechtheit?

Unter Lichtechtheit oder Lichtbeständigkeit versteht man in unserem Fall die Konstanz einer Farbe bei andauernder oder wiederholter Einwirkung von UV-Strahlen. Mit anderen Worten: Je länger eine Farbe bei Sonnenlicht „hält“, desto „lichtechter“ ist sie.

Als gängige Definition hat sich dieser Merksatz bewährt: „Unter der Lichtechtheit von Druckfarben versteht man die Widerstandsfähigkeit einer Norm-Druckprobe nach DIN 16519 gegen die Einwirkung von Licht ohne direkten Einfluss der Witterung.“

Wie kann man das messen?

Die Lichtechtheit einer Farbe kann über die sogenannte Wollskala abgelesen werden. Innerhalb von 8 Stufen bzw. 5 Sternen ergibt sich so die Einstufung von „lichtunbeständig“ (Stufe 1-2 bzw. 0 Sterne) und „höchst lichtbeständig“ (Stufe 8 bzw. 5 Sterne).

Um das eigene Material, zum Beispiel ein Neonplakat, sicher einordnen zu können, werden diese im Rahmen von Tests zusammen mit dem sogenannten „Lichtechtheitsmaßstab“ nach der Wollskala dem UV-Licht ausgesetzt. Die Stufe kann dann ganz einfach abgelesen werden, in dem das Neonplakat mit dem vorher eingestuften Maßstab verglichen wird.

Wichtig: Je realer die Testumgebung ist, desto werthaltiger und realistischer sind auch die Testergebnisse. Ein Test mit Sonnenlicht ist daher immer besser als ein Test unter der UV-Lampe.

Sonnenstunde ist nicht gleich Sonnenstunde

Auch wenn die Sonne jeden Tag am Himmel scheint – im Winter fühlt sich der Aufenthalt unter dem Sonnenhimmel anderst an als im Hochsommer. Was Meteorologen durch die Neigung der Erdachse zur Sonne hin erklären, spielt auch in der Druckindustrie eine große Rolle.

Doch nicht nur die Jahreszeit, sondern auch das Wetter vor Ort (insbesondere die Wolkendecke) kann Einfluss auf die Lichtbeständigkeit eines Druckproduktes haben.

Die Lichtbeständigkeit ist nur so stark wie das schwächste Pigment
Um es mit einer abgedroschenen Phrase zu beschreiben: Eine Kette ist immer nur so stark wie das schwächste Glied. Ähnlich verhält es sich mit der Lichtbeständigkeit von Druckfarben.

Werden Farben unterschiedlicher Lichtechte miteinander vermischt um einen neuen Farbton zu bilden, kann als Faustregel gelten: Die geringere Lichtbeständigkeit überwiegt in der Beurteilung.

Der Einsatzort des Plakates

Je nach Einsatzort zum Beispiel eines Neonplakates müssen Sie je nach Qualität bereits nach wenigen Stunden mit einer Verfärbung rechnen. Hier ist natürlich entscheidend, ob das Plakat im Indoor- oder Outdoor-Bereich angebracht wird und für welchen Zeitraum es etwa als Werbeträger dienen soll.

Grob gesagt: Wer auf dem Wochenmarkt regelmäßig andere Angebote bewerben möchte, hat in der Regel keinen so hohen Anspruch an die Lichtbeständigkeit wie der Dekorateur einer Schaufensterfront, der über Wochen seine Waren anpreist. Übrigens: Ein Plakat mit der Lichtbeständigkeit 8 muss ein gutes Sonnenjahr im Freien überstehen ohne auszubleichen!

Haben Sie Fragen?

Falls Sie Fragen zum Thema Lichtbeständigkeit, Wollskala oder unseren Neonplakaten haben: Wir helfen Ihnen gerne unter unserer kostenlosen Hotline 0800 723 9834 oder per Mail unter kundenservice@picapoint.de weiter.

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